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Neuer Stundenplan …

„Lass uns mal zur Schule fahren und sehen, ob der neue Stundenplan schon aushängt? Bin ich ge-spannt, wie oft ich nachmittags Unterricht habe? Ob ich mit meinem Freund auch weiterhin in einer Klasse bin? Hoffentlich bekomme ich den Lehrer nicht! Uns wurde gesagt, wir könnten eine Woche vor Unterrichtsbeginn schon mal im Internet nach-schauen, ob der Stundenplan schon fertig ist ?“so meine Kinder. - Jedes Jahr dieselbe Hektik, obwohl eigentlich noch Ferien sind. Und fährt man dann mit den Kindern zur Schule, steht vor dem Schwarzen Brett und notiert sich den neuen Stundenplan, dann ist man umgeben von (fast) unzähligen Jugendlichen, die auch gekommen sind und sich freuen, stöhnen oder schimpfen über den neuen Stundenplan. Für Erwachsene ist das alles kaum zu verstehen. Was macht den Reiz eines „neuen Stundenplanes“ aus? Ein neues Schuljahr; nicht alter Trott, sondern ein neuer Anfang; neue Bücher, neue Hefte; neue Klassenräume; und auch der Stundenplan: neu! Ich beginne zu verstehen, was die Jugendlichen so fasziniert an all dem, was mit dem neuen Stunden-plan zu tun hat. Das neue Schuljahr hat etwas an sich von dem, was Erwachsene vielleicht eher mit dem 1. Januar verbinden. Der Beginn eines neuen Jahres: bald 47 Mal habe ich ihn erlebt und jedes Mal geht wieder eine Faszination von ihm aus. Neue Chancen, neue Begegnungen, die Gelegen-heit, Dinge anders oder besser zu machen. Natürlich weiß ich, dass spätestens Ende Januar der Alltag mich wieder eingeholt hat und von der Faszination des 1. Januar nicht mehr viel übrig ist. Wahrscheinlich ist das bei den Jugendlichen jetzt, da zwei Wochen Schule ist, nicht anders. Trotzdem: Vielleicht ist das Stichwort „neuer Stundenplan“ für uns einmal Anlass nachzu-schauen, was wir streichen könnten aus unserem Stundenplan oder was vielleicht unbedingt neu hinein müsste. Übrigens: Der Plan sieht für die Kinder eigentlich in jedem Schuljahr zwei Stunden Religions-unterricht vor. Zwei Stunden Religionsunterricht- darauf hat jedes Kind ein Anrecht. Dafür haben sich Eltern und die Kirche eingesetzt. Dazu hat sich der Staat verpflichtet. Im Religionsunterricht sprechen wir über unseren Glauben, reden wir über Fragen unseres Lebens, diskutieren wir Probleme, erzählen uns von unse-ren Wünschen und Enttäuschungen. Und ich kann mir vorstellen, dass auch wir Er-wachsene so etwas brauchen wie Religionsunter-richt in unserem Stundenplan. Wir müssen es nicht so nennen. Es müssen auch nicht zwei Stunden in der Woche sein, vielleicht aber auch mehr. Ich denke schon, dass das Vertrauen auf unseren Gott, der Glauben an unsern Herrn Jesus Christus mit in unseren Stundenplan hineingehört. Dieser Glauben und dieses Vertrauen fällt jedenfalls nicht einfach vom Himmel in unseren Schoß- sie müssen auch ein Stück weit „erlernt“ und dann gelebt werden. „Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht!“ (Psalm 62) Das Volk Israel hat Gott auf der Tagesordnung, bis heute. Und wie sieht unser Stundenplan aus?

Ihr Pfarrer Manfred Stoffel

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